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Die Vorteile einer Senioren Katze


Die Vorteile einer Senioren Katze

Wir sehen ein goldiges und tollpatschiges Katzenbaby mit den kleinen Knopfaugen und den kleinen bleistiftdünnen Schwänzchen und schon geraten wir in Verzückung.

In diesem Moment steht für uns fest, so ein süßes blauäugiges Knäuel möchten wir auch. Die Vermittlung der kleinen Babysamtpfoten ist in der Regel kein Problem. Die Kinderstationen im Tierheim oder bei Pflegestellen sind oft von Interessenten überlaufen.

Wer jedoch oft traurig und ohne Chancen zurückbleibt, sind die älteren Tiere, die leider nicht mehr den Bonus des Niedlichen haben. Leider landen auch viele der inzwischen aus ihrer Niedlichkeit herausgewachsenen Katzen wieder im Tierheim. Viele Besitzer machen sich nicht bewusst, dass irgendwann jedes Kind erwachsen wird.

Dieser Artikel möchte gerne eine andere Sichtweise auf die Adoption dieser älteren Tiere aufzeigen, die auch das Recht auf ein liebevolles Zuhause haben.




Während die Katzenwelpen wild durch die Wohnung stürmen hat ein so manches Möbelstück darunter zu leiden. Auch die eine oder andere Filmszene aus Tarzan wird an den Gardinen nachgespielt – die Senior Katze lässt es jedoch ruhiger angehen.
Außerdem darf man nicht vergessen, die kleinen Katzen brauchen noch mehr Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Beschäftigung als ältere Tiere. Sie können sich durch ihre Neugier und ihren ausgeprägten Entdeckungsdrang in viele Schwierigkeiten bringen.

Eine ältere Katze ist bereits in ihrem Charakter gefestigt und fertig entwickelt. Hier weiß man vorher wen man sich in das Haus holt und erlebt keine großen Überraschungen. Das ist von Vorteil, wenn bereits ein Artgenosse im Haushalt wohnt. Die beiden Persönlichkeiten sollen schließlich zusammen passen. Bei jungen Katzen kann man nicht mit Bestimmtheit sagen in welche Richtung sie sich charakterlich entwickeln werden.

Senior Katzen sind meistens ausgeglichener, ruhiger und bereits sozialisiert in ihrem Verhalten und bringen dadurch Ruhe in den Haushalt.






Das Leben mit älteren Katzen ist inniger und intensiver, da die Samtpfoten im Alter anhänglicher werden und auf ausgiebige Schmusestunden mit ihren Besitzer bestehen. Was gibt es schöneres als abends auf dem Sofa zu sitzen und ein schnurrendes Fellknäuel neben sich liegen zu haben.

Egal wie du dich entscheidet, jedes Tier verdient eine Chance auch die Alten. Lasse dich nicht durch den Gedanken abschrecken, dass die Zeit mit einem alten Tier kürzer ist. Das mag durchaus sein, aber durch die Merkmale des Alters auch umso intensiver.

Alexandra S. erzählt uns ihre Erfahrungen mit Opa Paulchen:

“Opa Paulchen (ca.*01.01.2000-17.05.2017) kam mit ungefähr 16 Jahren zu mir. Er lebte bis kurz davor als Streuner an einer betreuten Futterstelle im Wald.Als er bei mir ankam, waren sowohl er als auch ich skeptisch, wie unser zukünftiges Zusammenleben wohl aussehen würde.

Erschwerend kam hinzu, dass bei ihm verschiedene Krankheiten festgestellt wurden, die seine Lebenserwartung laut Tierärztin auf wenige Wochen reduzierte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den bereits vorhandenen Katzen und zahlreichen schmerzhaften Kratzern, die ich mir bei der Medikamentengabe einfing, entwickelte sich sehr schnell eine Routine.

Meine Katzen und ich lernten die Signale und Macken des alten Herrn zu interpretieren und so stand dem Projekt Gestaltung eines schönen Lebensabends nichts mehr im Wege. Durch die medikamentöse Versorgung, Fürsorge, regelmäßige Mahlzeiten und die Sicherheit einer Wohnung, stabilisierte sich sein Zustand zu unser aller Überraschung und Freude. Es war unglaublich, wie viel Dankbarkeit und Zuneigung der kleine Mann uns entgegenbrachte.

Natürlich war es nicht immer einfach, es gab Hochs und Tiefs. Der Futternapf und die Medikamente mussten das ein oder andere Mal hinter ihm her getragen werden und es waren auch oft gutes Zureden und Tricks nötig, aber er zeigte auch einen enormen Lebenswillen. Er war durch seine stoische Ruhe der ruhende Fels in der Brandung und erdete auch dadurch mich.

Rückblickend, kann ich sagen, es war eine intensive, schöne und sehr erfahrungsreiche Zeit. Ich habe in dieser Zeit Geduld gelernt und auch das Unabänderliche zu akzeptieren. Natürlich ist sein Verlust sehr schmerzhaft gewesen und er fehlt mir sehr, aber ich bereue nicht, ihn damals zu mir geholt zu haben. Auch wenn die gemeinsame Zeit sehr kurz war.
Mein Fazit ist: Ich würde jederzeit wieder ein altes und ggf. auch krankes Tier zu mir holen, denn das Zusammenleben ist auch mit diesen Tieren schön. DAS ist Paulchens Erbe an mich!”

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