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Eigenarten unserer Hunde


Eigenarten unserer Hunde

Warum macht er das?

Unsere Hunde sind nicht nur unsere besten Freunde, sondern auch unsere Familienmitglieder. Doch haben manche so ihre Eigenarten.

Unsere Vierbeiner begleiten uns Menschen bereits seit ca. 20.000 Jahren. Evolutionäre Studien deuten darauf hin, dass die ersten identifizierbaren Mitglieder der Hundefamilie „Canidae“, schon vor ca. 40 Millionen Jahren (Eozaen-Epoche, die zweitälteste Epoche) erschienen sind. Der Homosapiens existiert jedoch erst seit etwa einer halben Million Jahre. Das heißt, dass der Hund vor unserer vormenschlichen Zeit, seine eigenen und einzigartigen Verhaltensweisen erschaffen hat.

Einige davon finden wir Menschen ein wenig eigenartig …

Nicht nur unsere besten Freunde, sondern auch wir, sind ein seltsamer Haufen. Was uns merkwürdig erscheint, kann unter Umständen ein völlig normales Verhalten sein, bezogen auf die Bedürfnisse und Wünsche eines jeden Hundes.

Ein paar dieser Verhaltensweisen möchten wir euch vorstellen und versuchen, sie aus der Perspektive des Hundes zu erklären. Denn oft gibt es einen guten Grund für ein seltsames Verhalten, wenn man genau hinsieht.

Koprophagie / Kotfressen




Unter Koprophagie oder Kotfressen versteht man die Aufnahme des eigenen Kotes, des Kotes anderer Artgenossen oder anderer Tierarten. Es gibt mehrere Gründe warum Hunde es tun …

Hundemütter „räumen“ in der Regel hinter ihren Welpen auf, indem sie ihren Kot verzehren. Das ist nicht nur eine sanitäre Lösung, sondern ein uralter Überlebensmechanismus. Hungrige Raubtiere in der Wildnis konnten so den Duft der Fäkalien in Höhlen aufspüren, um die Welpen zu fressen. Aus diesem Grund war es für Hundemütter notwendig, den anziehenden Duft zu beseitigen. Heutzutage kann man das Verhalten bei einigen Hündinnen auch noch beobachten, obwohl keine dieser Raubtiere mehr vorzufinden sind.

In schmutzigen Zwingern oder überfüllten Unterkünften bleibt der Kot liegen. Neugierige Welpen fressen häufig den Kot ihrer Artgenossen, weil diese noch den Duft der Nahrung enthalten. Dieses Verhalten wird mit der Zeit verstärkt. Auch wenn der Welpe ein neues Zuhause findet, bleibt die schlechte Angewohnheit.




Eine weitere Ursache für Koprophagie ist eine schlechte Ernährung. Wenn ein Welpe oder ein ausgewachsener Hund mangelernährt oder nicht ausreichend gefüttert wird, wird er instinktiv nach einer anderen Nahrungsquelle suchen. Dies bedeutet dann oft Kot von anderen Tieren oder Artgenossen zu fressen. Katzenkot scheint für Hunde eine Art Delikatesse zu sein. Dies liegt wahrscheinlich an dem höheren Fleischanteil im Katzenfutter, sowie an anderen Aromen, die sich vom Hundefutter unterscheiden.

Um das Kotfressen zu verhindern, sollte jeder Hundebesitzer die Nachlassenschaften seines Tieres sofort entsorgen. Somit verhindert man auch eine parasitäre Übertragung von Tier zu Tier. Eine Ansteckung mit Erregern durch Kotfressen ist nicht unwahrscheinlich.

Hunde mit einer ausgeprägten Gewohnheit sollten nicht unbeaufsichtigt ohne Leine, oder alleine über Wiesen, Felder oder den eigenen Hof gelassen werden. Ansonsten wird sein Verhalten verstärkt. Achte auf gute Nahrungsmittel für deinen Hund, vor allem in den richtigen Mengen. Im Zweifelsfall kann ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Manchmal kann es sich auch um einen starken Wurmbefall handeln.

Aufreiten




Es gibt Vierbeiner, die ständig versuchen einen anderen Hund zu bespringen. Noch ungünstiger ist es, wenn er menschliche Gäste aufreitet. Warum macht er das?

Natürlich kann der Wunsch nach Paarung ein Grund dafür sein, doch die Beweggründe sind meist vielfältig.

Auch wenn die Täter häufig männlich sind, kann jeder Hund, ob männlich, weiblich, jung oder alt, diese Gewohnheit entwickeln. Manchmal kann sich das beim Spiel mit Artgenossen entwickeln.




Bei einem ängstlichen und isolierten Hund kann das Verhalten durch einen Stressmechanismus freigesetzt werden. Will der Hund seinen Status, bzw. seine Stellung klären, sucht er sich ein geeignetes Opfer unter den Zwei- und Vierbeinern. Einige aufdringliche Hunde tun es einfach als eine Möglichkeit, andere zu kontrollieren. Ein unsozialisierter Hund weiß es einfach nicht besser, weil keine anderen Hunde ihm die Benimmregel beigebracht haben. Das Aufreiten kann zu einem obsessivem und zwanghaften Verhalten werden, wie z.B. auch Bellen oder dem eigenem Schwanz nachzujagen. Handelt es sich um ein sogenanntes Zwangsverhalten das nicht unterbunden wird, wird die Obsession vom Hund selbst verstärkt und das Problem wird fast unmöglich zu stoppen sein.

Die Lösungen, um das Aufreiten zu beenden, sind sehr umfassend. Zuerst sollte sichergestellt werden, dass der Hund genügend Stimulation im Alltag bekommt. Wichtig sind Übungen, Spiele, Sozialisierung, Training und die tägliche Routine. Ein Hund der geistig gefördert wird z.B. mit Obedience Training, lernt seinen Kopf einzusetzen und wird ruhiger. Der Halter kann den Hund besser kontrolieren und setzt ihm einen anderen Fokus (refokussieren). Ganz einfach ausgedrückt, lenkt man den Hund ab und programmiert ihn um.

Viele Wege führen nach Rom …

Wenn du mit Training und Auslastung nicht weiterkommst, sollte ein erfahrener und guter Hundetrainer zu Rate gezogen werden. Eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche kann zwar sehr nützlich sein um dieses Verhalten zu unterbinden, oder sogar es dem Hund abzugewöhnen, doch hier kommt es auf den richtigen Moment an. Ein Ignorieren des Aufreitens wird nicht funktionieren!

Rückwärtsniesen




Eines des bizarrsten Hundeverhalten ist das Rückwärtsniesen, auch bekannt als Rückwärtshusten. Plötzlich saugt der Hund Luft durch die Nase. Durch Ausstrecken des Halses und Abspreizen der Ellenbogen versucht der Hund die Brust zu weiten. Das dabei entstehende Geräusch erinnert sehr an das Hochziehen von Nasensekret beim Menschen. Nach wenigen Sekunden ist die Veranstaltung vorbei.

Viele Hundehalter, die zum ersten Mal mit einer solchen Situation konfrontiert werden, sind zunächst in Angst und Schrecken versetzt. Dieses Phänomen tritt häufiger bei kurzschnauzigen Hunderassen wie z.B. Mops, Boxer, oder bei älteren Hunden auf. Ausgelöst wird es durch Reizstoffe in der Luft, einem zu langen Gaumensegel, durch zu hastiges Essen oder Trinken, durch einen Fremdkörper oder Haarballen, oder sogar durch eine Nasal- oder Racheninfektion. Die daraus entstehende Reizung des Gaumens oder Rachens verursacht einen Krampf, wegen des zu schnellen Einatmens von Luft durch die Hundenase. Die Luftröhre kann sich verengen, was zu Schwierigkeiten bei der Luftbewegung führt.




Wie du deinem Hund helfen kannst

Um dem Hund Erleichterung zu verschaffen, bzw. das Rückwärtsniesen zu unterbrechen, kann die Kehle leicht massiert werden, um den Krampf zu erleichtern.

Eine weitere Möglichkeit dem Hund zu helfen ist einen Schluckreflex hervorzurufen. Dabei hält man dem Hund die Nase zu und klopft leicht auf seine Brust, oder bietet ihm ein Gutti an. Vorsichtshalber sollte man seinen Hund dem Tierarzt vorstellen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Auf chemische Reinigungsmittel oder andere potenzielle Reizstoffe im Haus sollte verzichtet werden.

Der Rute nachjagen




Der Anblick eines Hundes, der sich wie wild im Kreis dreht und seiner Rute nachjagt, ist eine lustige Szene. Doch was steckt dahinter?

Dieses obsessive Verhalten beginnt in der Regel im Welpen Alter, weil eine tief sitzende Notwendigkeit besteht, etwas nachzujagen. Andere Gründe können Langeweile oder Stress sein. Einige Halter ermutigen ihren Hund dem nachzugehen, zur eigenen Bespaßung. Dadurch wird das Problem aber noch weiter verstärkt.

Befindet sich der Hund in diesem zwanghaften Modus, wird er sich so lange im Kreis drehen, bis ihm schwindelig wird. Oft ist auch die Abnutzung der Nägel und Pfoten deutlich zu erkennen.

Andere Hunde jagen ihre Rute wegen eines Floh-, Zecken-, oder Wurmproblems. Hier versucht der Hund durch kauen, den Juckreiz zu lindern.




Wie du deinem Hund helfen kannst

Als erstes sollte darauf geachtet werden, dass der Hund Schädlingsfrei bleibt. Auch Hautprobleme wie Dermatitis oder Schmutz können den Reiz seiner Rute nachzujagen auslösen.

Diverse Sport- oder Freizeitaktivitäten können sich positiv auf das Problemverhalten auswirken, um Langeweile oder die Angst vor Isolation zu verhindern. Das obsessive Verhalten ist meistens nur bei Haltung von einem Hund zu beobachten. Ein Zweithund oder ein enger Hundekumpel könnten hier behilflich sein.

Es wäre ratsam eine gute Hundeschule aufzusuchen, um passende Freizeitkurse mit dem Hund zu absolvieren. Ein erfahrener Hundetrainer bietet sich zudem auch an. Dieser zeigt dir, wie du im Alltag deinem Hund helfen kannst sein Problem zu bewältigen.

Sich an Dingen reiben, die das zeitliche gesegnet haben




Müll, Mist oder verrottende Leichen … Einige unserer Vierbeiner scheinen sehr große Freude daran zu haben, sich im “Eau de Igitt“ (oder „Eau de stinkt toll“) zu reiben. Nach einem frischen und gut duftenden Bad geht es nach draußen zum Gassi gehen. Du hast kurz nicht hingeschaut und schwups wälzt er sich an Dingen, von dem einem schlecht werden könnte! Warum ist das aber so?

Dafür gibt es mehrere Gründe …

Einige Artgenossen möchten einen starken Duft mit ihrem eigenen Geruch markieren, der zu olfaktorischen “Herausforderungen“ aufsteigt. Andere Hunde wiederum setzen es ein, um ihren eigenen Duft zu tarnen, um auf die Jagd zu gehen und sich besser an ihre Beute anschleichen zu können.

Eine weitere Theorie ist, dass es Hunde gibt, die den Duft so toll finden und diesen auf sich selbst übertragen möchten.




Wie du das Problem verhindern kannst

m eigenen Garten sollte alles möglichst sauber gehalten werden. Eine größere Herausforderung stellt sich beim Gassi gehen oder wandern.

Hier sollte eine gute Hundeschule besucht werden, um einen zuverlässigen Rückrufbefehl zu erlernen. Das gilt vor allem für Hundehalter, die ihre Hunde beim Gassi gehen von der Leine lassen.


Lieber in eine gute Hundeschule investieren, als unnötig viel Geld für Hundeshampoo auszugeben!

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